12.09.2018 / Allgemein / /

Vergangene Events

CVP Sommeranlass 30. August 2018

Kulturführung auf der Wettinger Klosterhalbinsel „Alles im Fluss“

 

 

Donnerstag, 30. August 2018 um 18.30 Uhr beim Kiesplatz vor dem Restaurant Sternen in Wettingen!

So lautete der Treffpunkt zum Kulturanlass «Alles im Fluss» rund um die Klosterhalbinsel in Wettingen zu dem die CVP Niederrohrdorf in ihrer Einladung ihre Mitglieder orientiert hat. Der Einladung folgten zahlreiche in Kultur und Geschichte interessierte Parteimitglieder und –Sympathisanten und versammelten sich am vereinbarten Treffpunkt.

Die rund 2 stündige Führung unter Leitung von Ruth Blaser startete vor dem Kloster, führte zur Engelsfigur, welche 1954 von Bildhauer Eduard Spörri geschaffen wurde, zum Kräutergarten und dann ans Limmatufer.

Am Standort der Holzbrücke, die ursprünglich fast doppelt so lang war, konnte man über deren grosse Bedeutung als Verbindung zwischen Neuenhof und Baden erfahren. Diesen Weg nutzten auch die Bauern um mit ihren Geissen auf die Geisswies in Wettingen zu gelangen. Auch über die einzelnen Gebäude, deren Bedeutung und Nutzung konnte viel Interessantes erfahren werden.
Beim Kraftwerk gab es früher eine Dörranlage für Früchte und Gemüse damit dieses haltbar blieb. Davon hatten einige der Teilnehmer in ihrer Kindheit eigenhändig Gebrauch gemacht.

Interessant war auch die Fischtreppe (die längste Europas), welche von verschiedenen Fischarten rege genutzt wird auf ihrem Weg Flussaufwärts.Danach führte der Rundgang weiter durch die historische Gartenanlage, ein Kulturdenkmal erster Güte, wo seit dem Jahre 1227 Gemüse, Wein, Zierpflanzen, Heilkräuter und Obst produziert wird.
Im Klosterlädeli können Produkte aus den Klostergärten erworben werden.Im spätsommerlichen Abendlicht ergab sich ein wunderschönes Bild vom Klostergarten umgeben vom ehemaligen Zisterzienserkloster Wettingen. Uralte riesige Platanen säumen das Limmatufer – wie wir erfahren haben, soll da Alberich Zwyssig viel Zeit verbracht haben, um zu musizieren und dem Rummel zu entfliehen.

Antikes Bildmaterial aus der Zeit wo weder Kraftwerk noch Autobahn existierten, lassen erahnen, wie malerisch und idyllisch  die Uferzone wohl damals aussehen musste. Heute wird dieser Eindruck durch die hohe Lärmbelastung der Autobahn getrübt.

Der Rundgang führte weiter der Limmat entlang zum Alpinihaus und zur Spinnerei.
Die Baumwollspinnerei von Johann Wild hat 1958 auf der Klosterhalbinsel ihren Betrieb aufgenommen, wo das Unternehmen auch schon bald zu florieren begann.
Die Spinnerei wurde später durch eine Weberei ergänzt. Die beiden Gebäude waren durch den Kanal der ehemaligen Klostermühle getrennt.

In den Jahren 1870/1871 erlebte die Spinnerei ihren Höhepunkt, damals waren bis zu 800 Arbeiter beschäftigt. Die Weberei und Spinnerei wurden 1972 geschlossen und das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde für Gewerbe und Ateliers umgenutzt.

Natürlich musste auch die «Gwaggelibrugg» noch erkundet werden. Diese wurde ursprünglich gebaut, damit die vielen Gastarbeiter – beispielsweise aus dem Rohrdorferberg – nicht den weiten Umweg machen mussten um über Wettingen zur Spinnerei zu gelangen.

Vor bald 20 Jahren wurde diese saniert und mit neuem Stahlseil versehen. Von der Brücke ergibt sich ein schöner Ausblick auf das Areal der ehemaligen Spinnerei und flussabwärts auf den kaskadenartigen Verlauf der Limmat. 

Ruth Blaser versteht es mit ihrem grossen Wissen, ihren spannenden lebhaftigen Erzählungen zu vergangenen Epochen, die Teilnehmer in ihren Bann zu ziehen. In Kombination mit historischem Bildmaterial fühlte man sich ein stückweit in die Vergangenheit zurückgesetzt.

So verging die Zeit wie im Fluge. Die begeisterte Teilnehmerschar liess es sich nicht nehmen im Anschluss im Gasthof Sternen – dem ältesten Gasthaus der Schweiz – den Abend bei erfrischenden Getränken ausklingen zu lassen.

Es gäbe noch ein einiges zu berichten über dieses eindrückliche Kulturgut. Das Interesse wurde geweckt um noch mehr über diese Epoche zu erfahren. Das Angebot an Führungen und Events von Ruth Blaser (www.kultur-fuehrungen.ch) ist hierfür bestens gerüstet.